Parodontalbehandlung

Parodontitis (Paradontose) ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Oftmals bemerkt der Patient, dass das Zahnfleisch v.a. beim Zähneputzen leicht zu bluten anfängt. Das Zahnfleisch zieht sich zurück. Die Zähne wirken länger und können sich lockern.

Ursache:

Durch die übermässige Anlagerung von Plaque im Zahnhalsbereich kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis). In der Plaque befinden sich viele Bakterien, die für die Entzündung verantwortlich sind. Die Keime dringen in die Zahnfleischtasche ein und die Taschen vertiefen sich. Auf diese Keiminvasion reagiert der Kieferknochen mit Rückzug. Dieser Prozess verselbstständigt sich in den vertieften Taschen und ist mit der häuslichen Mundhygiene nicht mehr zu beherrschen. Es liegt eine Parodontitis vor. Eine chronische Parodontitis schädigt nicht nur lokal den Zahnhalteapparat, sondern hat auch Auswirkung auf den Gesamtorganismus und belastet u.a. das Herz- Kreislaufsystem. Das Schlganfall- und Herzinfarktrisiko ist durch eine Parodontitis deutlich erhöht.

Risikofaktoren:

Zu den Risikofaktoren zählen v. a. Rauchen, Diabetes und eine genetische Prädisposition. Durch das Rauchen werden die Blutgefässe verengt und die Durchblutung in den feinen Kapillaren gestört. Dies führt zu einer Beeinträchtigung in der körpereigenen Abwehr. Raucher haben ein bis zu dreifach höheres Risiko an eine Parodontitis zu erkranken. Neben dem Rauchen gibt es noch eine genetische Komponente. Bei Patienten mit diesen genetischen Merkmal kommt es bereits bei geringen Reizen zu übermässigen Entzündungsreaktionen des Immunsystems und das Risiko, an eine Parodontitis zu erkranken, ist ebenfalls dreifach erhöht. Durch einen einfachen Test lässt sich feststellen ob die genetische Veranlagung vorliegt. In der Kombination Rauchen und genetische Komponente ist das Risiko sogar um Faktor 8 erhöht.

Behandlungsmethoden:

Die Behandlungsmethode richtet sich nach dem Schweregrad der Parodontitis. Wichtig ist, dass erstmal die Mundhygiene optimiert wird. Der Erfolg einer Parodontitisbehandlung ist vor allem von der Mitarbeit des Patienten und dessen Bereitschaft zur optimalen Mundhygiene abhängig. Durch eine profesionelle Zahnreinigung (PZR) und Mundhygieneinstruktionen wird der Patient auf die Behandlung vorbereitet. Bei leichten Parodontitiden wird unter Lokalanästhesie eine geschlossene Kürettage durchgeführt. Dabei werden die Wurzeloberflächen von Konkrementen befreit und gereinigt. Bei stärkeren Fällen wird eine offene Kürettage ebenfalls unter Lokalanästhesie durchgeführt. Die Wurzeloberflächen werden unter Sicht gereinigt. Beide Methoden haben zum Ziel, das Fortschreiten der Parodontitis zu stoppen, das entzündliche Gewebe in Gesundes zu überführen und so den weiteren Verlust von Alveolarknochen zu vermeiden. Bei besonders agressiven Formen der Parodontitis ist es sinnvoll, die für die Ursache verantwortlichen Keime zu bestimmen. Durch gezielte Antibiotikagaben kann dann so die Therapie unterstützt werden.

Regenerative Therapie:

Neben diesen konventionellen Therapieansätzen gibt es regenerative Therapiemethoden, bei denen versucht wird, verlorengeganges Gewebe des Zahnhalteapparates wieder aufzubauen. Dies ist unter Verwendung von Membrantechniken im Zusammenhang mit Schmelzmatrixproteinen (Emdogain) möglich.

Nachsorge:

Nach erfolgter Parodontitistherapie ist ein engmaschiges Recall notwendig, um ein mögliches wiederkehren der Parodontitis zu erkennen und rechtzeitig zu bekämpfen. Daher ist eine professionelle Zahnreinigung in regelmässigen Abständen notwendig.